KOFFERKIND von FATMA BIBER-BORN und Film von MERVE USLU-ERSOY

– Eine Ausstellung in Kooperation mit KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V.


—– Ausstellung verlängert bis 7. September 2023. Während unserer Sommerpause bis 3. September gibt es Öffnungszeiten auf Anfrage (gerne auch abends oder am Wochenende) an Frau Kerntke vom Verein KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V. —–

 

Die Ausstellung KOFFERKIND von Fatma Biber-Born beschäftigt sich künstlerisch mit dem Schicksal zurückgelassener Kinder, sogenannten Kofferkindern*, deren Eltern als Gastarbeiter in den 1960er und 1970er Jahren nach Deutschland kamen. Die Kinder blieben oft bei Großeltern, Tanten, Onkeln oder Nachbar*innen im Heimatland zurück. Sie wuchsen ohne Eltern auf. Ein Schicksal, das schätzungsweise 700.000 Kinder türkischer Gastarbeiter*innen teilen.

 

Dazu hat Biber-Born einige der damaligen „Kofferkinder“ getroffen, mit ihnen über das Erlebte gesprochen und Bilder aus ihrer Kindheit gesammelt. Inspiriert von diesen Bildern, hat sie die Schicksale der Kinder in malerisch in Aquarell und Tusche in derzeit neun Bildern festgehalten. Kurze Eindrücke und Zitate aus den Interviews, die Biber-Born mit den heute 45-60-Jährigen geführt hat, präsentiert sie hinter Transparentpapier (Textfahnen) im Raum.

 

Die junge Studentin Merve Uslu-Ersoy, selbst Gastarbeiter-Enkelin, erzählt in Form von Interviews und Filmausschnitten die Geschichte ihrer Großeltern, die in den 60er Jahren nach Mannheim kamen. Außerdem zeigen wir ihren Film “KISMET” (27min, Mannheim/Antakya, 2020) zum Erzählcafé am 13.7. um 19.00 Uhr.

 

Eröffnung der Ausstellung

am 29. Juni um 19 Uhr

mit Dr. Juliane Huber (Freie Kunstakademie Mannheim) und Musik von Merve Uslu-Ersoy (“MARWA”)

 

Finissage der Ausstellung

am 7. September um 19 Uhr

(Programm wird zeitnah bekannt gegeben.)

 

Arbeitsmigration und das Schicksal auseinandergerissener Familien gibt es auch heute – auch hier in Mannheim, auch in der Neckarstadt-West. Die Ausstellung von Fatma Biber-Born ist ein fortlaufendes Projekt. Wer seine Geschichte erzählen möchte, darf sich gerne melden! Bitte per Mail an: info@communityartcenter-mannheim.de. Wir stellen den Kontakt her.

Malerei von Fatma Biber-Born

FATMA BIBER-BORN

geb. 1965 in der Türkei, lebt seit 1981 in Deutschland

  • 2018-2022 Kunststudium an der FKA Mannheim
  • Schwerpunkte: Malerei, Fotografie und Zeichnungen

MERVE USLU-ERSOY

 

geb. 1996 in Mannheim („durch und durch Mannheimerin“)

 

  • 2015–2020: Bachelorstudium Ethnologie und Soziologie an der Universität Heidelberg
  • seit 2021: Masterstudium in Filmkultur an der Goethe-Universität Frankfurt
  • zudem Multiplikatorin im Bereich Filmbildung und Anti­rassismus beim Landesmedienzentrum Stuttgart

 

Das Filmemachen begann Merve Uslu-Ersoy während ihres Bachelorstudiums im Seminar “Ethnologisches Forschen in der Erinnerungskultur”. Seitdem beschäftigt sie sich mit ihrer eigenen Identität und die ihrer Vorfahren. Sie forscht dafür in der Türkei und produziert ihre Filme selbst. Ihr Film „KISMET“, der die Geschichten ihrer Großväter erzählt, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, erschien 2020. Im Moment arbeitet sie an „KISMET II“, der die Geschichten ihrer Großmütter er­zählen wird. Der Film erscheint 2024. In der Ausstellung ist ein Teaser zum Film „KISMET II“ zu sehen.

 

HINTERGRUND / ÜBER KOFFERKINDER:

Der Begriff „Kofferkinder“ wurde 1985 von Maria Papoulias eingeführt und bezeichnet Kinder von Arbeitsmigrant*innen, die oft über lange Jahre von ihren Eltern getrennt lebten, während die Eltern in Deutschland arbeiteten. Die Kinder waren meist bei Verwandten untergebracht und sahen ihre Eltern nur in den Ferien, wenn die Eltern sie besuchten oder sie zum Besuch nach Deutschland reisten. Daher rührt die Bezeichnung „Kofferkind“. Die Anwerbeabkommen sahen ursprünglich kurze und zeitlich begrenzte Aufenthalte der Arbeitsmigrant*innen vor, den Nachzug von Familienangehörigen dagegen nicht, sodass diese ihre Familien häufig zunächst zurückließen. Oft entwickelte sich der Aufenthalt als längerfristig und die Kinder wurden nach wenigen Monaten oder sogar Jahren nachgeholt, manche Kinder lebten auch weiterhin nur im Herkunftsland.

Quelle: https://virtuelles-migrationsmuseum.org/Glossar/kofferkinder/, 11. April 2023

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