Jahresprogramm 2019/20

Theaterstück keinSTRESS?! 

theaterstück: keinSTRESS?!

Margot, bekannt aus der Youtube Serie #stress, arbeitet seit kurzem im neu errichteten Logistic Center eines bekannten internationalen Dienstleistungsunternehmens. Ihre halbe Familie hat hier einen Job angenommen. Alle erhoffen sich bessere Lebensbedingungen durch feste, regelmäßige Entlohnung und mehr Struktur, durch einen sicheren Arbeitsplatz. Nur Sibel, jetzt politische Influencerin, sieht die Arbeitsbedingungen von vornherein kritisch.

Nach und nach merken alle, dass Pakete schleppen auf Dauer zu anstrengend ist, die Arbeit zu eintönig und die persönliche Würde auf der Strecke bleibt. Nur einer steigt auf, einer steigt aus.

In den Pausen werden Geschichten erzählt über das "Nichts tun", das niemand wirklich kann, über Träume was wer werden will, über Lohnunterschiede in verschiedenen Berufen, sterbende und neue Jobs und schließlich darüber, wie sich durch Digitalisierung, wenn alles so weiter geht, die Welt noch mehr spaltet. Wie verändert sich die Arbeit, das Zusammenleben, wenn immer mehr produziert wird und immer weniger Arbeitskraft dafür nötig ist? Mehr Menschen weniger verdienen und Wenige viel mehr?

Beim Spiel "wie eine Daimler Vorstandssitzung ablaufen könnte", wenn kritische Experten gegen die ewig bleibenden ökonomischen Heiligtümer argumentieren, lebt sich die working poor Familie in der Arbeitspause so richtig aus. 

Am Ende bleibt die Frage nach der Utopie. Die Zukunft der Arbeit muss radikal neu gestaltet werden, das wäre eine Chance. Wird sie es nicht, so endet das Leben von Margot und uns nicht nur in der nächsten Wirtschaftskrise, sondern wir werden all unsere Lebensgrundlagen verlieren. 

Dabei ist der Mensch nicht explizit egoistisch, wie es uns seit Adam Smith eingeredet wird, sondern ein kooperativ handelndes auf Zugehörigkeit bedachtes Lebewesen.

 

„Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen,  wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen.“ Ernst Bloch

 

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